Formate und Standards
Factur-X in Deutschland: Was ist der Unterschied zu ZUGFeRD?
Factur-X und ZUGFeRD bezeichnen im Kern denselben deutsch-französischen Hybridansatz: PDF mit eingebetteter XML-Rechnung.
Zuletzt fachlich geprüft: 3. Juni 2026
Direkte Antwort
ZUGFeRD ist der in Deutschland bekannte Name, Factur-X der französisch-internationale Name. Beide beziehen sich auf einen abgestimmten Standard für hybride Rechnungen aus PDF/A-3 und eingebetteter XML.
Seit der aktuellen gemeinsamen Veröffentlichung werden ZUGFeRD 2.5 und Factur-X 1.09 als technisch abgestimmte Formate verstanden. In der Praxis bleibt aber wichtig, welches Profil, welche Version und welche Empfängeranforderung gemeint ist.
Name, Version und Profil getrennt betrachten
| Frage | Praktische Antwort |
|---|---|
| Ist Factur-X etwas anderes als ZUGFeRD? | Im Kern nein: Es ist derselbe abgestimmte Hybridansatz unter anderem Namen. |
| Warum gibt es zwei Namen? | ZUGFeRD ist in Deutschland etabliert; Factur-X ist stärker französisch/international geprägt. |
| Reicht der Name für die Validierung? | Nein. Profil, Version, Syntax und PDF/A-3-Einbettung müssen geprüft werden. |
| Was ist der häufigste Fehler? | Ein PDF mit eingebetteter XML wird akzeptiert, obwohl das Profil für den Empfänger zu schwach ist. |
Was gleich ist
- Die Rechnung enthält ein sichtbares PDF und strukturierte XML-Daten.
- Die Profile reichen von einfachen Daten bis EN16931-konformer Struktur.
- Für die maschinelle Verarbeitung ist die eingebettete XML maßgeblich.
- Validierung muss den strukturierten Teil prüfen, nicht nur die PDF-Ansicht.
Warum es trotzdem Verwirrung gibt
Software, Kunden und Portale verwenden teils unterschiedliche Namen. Entscheidend ist nicht der Marketingname, sondern Profil, Version und technische Einbettung.
Wenn ein Kunde nur „Factur-X“ schreibt, kann MINIMUM, BASIC, EN16931 oder EXTENDED gemeint sein. Für deutsche B2B-Pflichtprozesse ist häufig ein EN16931-kompatibles Profil die belastbare Ausgangsbasis.
Praktische Entscheidung
Empfänger fragen
Wenn ein Kunde Factur-X verlangt, sollte geklärt werden, welches Profil und welche Version gemeint sind. In Deutschland wird oft ZUGFeRD EN16931 erwartet.
Praktische Checkliste
- Name, Profil und Version getrennt dokumentieren
- Eingebettete XML prüfen
- PDF/A-3-Konformität beachten
- Empfängeranforderung vor Versand klären
- ZUGFeRD und XRechnung nicht gleichsetzen
Praktischer Merksatz
Der Name kann variieren. Entscheidend ist, ob Profil, XML und Einbettung zur Empfängeranforderung passen.